Die Sahara nimmt 86% der Fläche des Landes ein. Bis zu 3.500 Stunden scheint die Sonne hier pro Jahr. Insgesamt beträgt die jährliche Sonneneinstrahlung etwa 5 Mrd. GWh. Durchschnittlich liegt die Einstrahlung bei jährlich 2.000 kWh pro Quadratmeter, in der Sahara sogar bei 2.650 kWh (zum Vergleich: in Deutschland beträgt die potenzielle Energieausbeute aus Sonnenlicht rund 1 000 kWh pro Quadratmeter). Mit algerischer Sonnenenergie könnte man - so rechnet die Regierung vor - 60mal den gesamten Strombedarf Westeuropas decken.
Das enorme Potential Algeriens auf dem Gebiet der Solarenergie wurde durch eine Studie zu tage gefördert, die im Auftrag des BMU vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) 2005 durchgeführt wurde. Demnach verfügt Algerien über ein Potential an solarthermischer Energie von 169.440 TWh/a sowie 13,9 TWh/a an photoelektrischer Energie.
Die täglich erhaltene Energie auf einer Fläche von 1 qm beträgt 5 KWh auf dem größten Raum des Staatsgebietes, das bedeutet 1.700 KWh/qm/a im Norden und 2.263 KWh/qm/a im Süden des Landes.
Dies veranlasste im März 2006 das DLR mit der New Energie Algeria (NEAL) gemeinsame Forschungsprojekte im Bereich der Solarforschung zu vereinbaren. Diese institutionelle Kooperation bildet eine gute Basis für die kommerzielle Nutzung der Solartechnik in Algerien. Der algerische Staat schätzt, dass die Menge des aus Solartechnik gewonnen Stroms bis zum Jahre 2015 auf 1.000 MW ansteigen wird.
Auch Experten der Internationalen Energieagentur, die im Rahmen der SolarPACESZusammenarbeit die Möglichkeiten des Baus von Photovoltaikanlagen in Algerien untersucht haben, bescheinigen dem Land ein riesiges Potenzial. Dieses könne, in Kombination mit dem sich derzeit abzeichnenden politischen Willen, Algerien zu Europas wichtigstem Lieferanten sauberer Energien machen.
Neben der klassischen Photovoltaik setzt sich in den letzten Jahren mit Concentrated Solar Power (CSP), der Solarthermie, eine neue Technologie durch, durch welche das enorme energetische Potential der Sonneneinstrahlung mit technisch einfachen Methoden nutzbar gemacht werden kann. In solarthermischen oder Parabolrinnen- Kraftwerken oder durch Hohlspiegel werden mit Sonnenergie Dampfturbinen angetrieben und somit Strom erzeugt. Ein konventioneller Dampferzeuger kann als Reserve bei Wolkenzeiten eingesetzt werden. Moderne Speichertechnik macht den Solarstrom bei ungünstigem Wetter und in der Nacht verfügbar: Der im Solarfeld umlaufende Wärmeträger stellt bereits einen Wärmespeicher dar, der kurzfristige Bewölkungsphasen überbrücken kann. Salzspeicher gewährleisten zusätzlich eine verlässliche Stromversorgung über mehrere Stunden, wenn die Sonne nicht scheint.
Durch die Anwendung der Speichertechnik kann die Turbine außerdem sehr lange unter Volllast und dadurch mit einem hohen Wirkungsgrad laufen.
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