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Baltisches Länderspecial Teil 4: Marktchancen für deutsche Unternehmen in Lettland

Veröffentlicht am: 08.07.2014
Quelle: Deutsch-Baltische Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen
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Die internationale Informations- und Geschäftsplattform RenewablesB2B.com bietet Ihnen marktrelevante Informationen zu Erneuerbaren Energien sowie zur Energieeffizienz in ausgewählten Ländern. Der vierte Teil des baltischen Länderspecials präsentiert die Marktchancen, die der Bioenergiemarkt in Lettland für deutsche Unternehmen bietet und gibt Handlungsempfehlungen für den Markteinstieg.

Bei den dargestellten Informationen handelt es sich um Auszüge aus der AHK-Zielmarktanalyse "Energetische Verwertung von biologischen Reststoffen in Lettland" der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen vom November 2013.

1. Marktakteure und Wettbewerbssituation

Biomassekraftwerkte, Kraft-Wärme-Kopplung
Bis Ende 2012 waren in Lettland 11 auf holzartige Biomasse basierende Kraftwerke mit installierter elektrischer Leistung von 16,9 MW und installierter thermischer Leistung von 276,2 MW in Betrieb.

Diese sind Delta Zala energija SIA mit einer Leistung von 0,3 MWel, Enefit power & Heat Valka SIA mit einer Leistung von 2,4 MWel, Graanul Invets SIA mit einer Leistung von 6,5 MWel, Jekabpils siltums SIA mit 0,6 MWel, Kraslavas nami SIA mit 1,3 MWel, Liepajas energija SIA mit einer Leistung von 2,3 MWel, Osukalns SIA mit 1,4 MWel, Rigas siltums AS/Daugavgriva mit 0,6 MWel, Satini Energo LM AS mit 0,6 MWel, Zalas energijas agentura SIA mit 0,5 MWel und WBT Latvija SIA mit einer Leistung von 0,4 MWel. In den auf holzartiger Biomasse basierenden Kraftwerken wurden 65 GWh Strom produziert, was einem Wachstum von 400,0% im Vergleich zum Jahr 2011 entspricht.

Die Unternehmen der Wärmeversorgung sind auf kommunaler Ebene organisiert, teilweise sind sie jedoch im Besitz privater Aktionäre. Ca. 20% der Fernwärme wird in Kesselhäusern mit einer Kapazität von weniger als 15 MW erzeugt.

Seit den zur Verfügung stehenden EU-Fördermitteln wird in den lettischen Kommunalverwaltungen intensiv die Modernisierung von Fernwärmesystemen und Kesselhäusern vorangetrieben. In vielen Städten Lettlands wurden neben alten Wärmeversorgungsanlagen neue Holzhackschnitzelkessel, Gas-Dampfkessel und Brennstoffkessel gebaut. Stellenweise sind zudem neue Kesselhäuser und Kraft-Wärme-Kopplungen eingerichtet worden. So gibt es beispielsweise jeweils in Salaspils und Koknese ein neues gasbetriebenes KWK-Kraftwerk und in Kegums ein neuartiges mit Holzhackschnitzeln betriebenes KWK-Kraftwerk.

Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, sind das Ingenieurbüro Bek-Konsult SIA (www.bekkonsult.lv), das Beratungsbüro von BaltEnEko SIA (www.balteneko.lv), die UPB Energy Gruppe (www.upbenergy.lv) und die Unternehmen Mesako SIA (www.mesako.lv), Ecogen SIA (www.ecogen.lv), Enerdot EG (www.enerdot.lv) und MRK Service SIA (www.mrkserviss.lv).

Biobrennstoffproduktion und –Handel
Laut Statistiken gibt es im Brennholzbereich noch ein ziemlich hohes Potential an unbenutzten Energieressourcen. In diesem Marktsegment überschreitet das Angebot die Nachfrage. Die Differenz betrug im Jahr 2012 0,6 Mio. m³, der Exportanteil davon betrug 571 tausend m³. Da ab 2012 die Fällmengen an Holz in staatlichen Wäldern herabgesetzt worden sind, wurde das Angebot von Brennholz auf dem Markt geringer. Laut Expertenschätzungen wird der Umfang des unbenutzten Brennholzes im Jahr 2014 505 tausend m³ betragen.

Ungeachtet der rasanten Nachfragesteigerung nach Rohstoffen im Energiesektor Lettlands, ist die einheimische Rohstoffbasis so groß, dass diese für die Inbetriebnahme der zurzeit bekannten Neuprojekte ausreichen wird. Es wird vorwiegend auf die Reduzierung der Exporte von Holzspänen und Brennholz wert gelegt.

Die Änderungen auf dem lettischen Energiemarkt werden in der näheren Zukunft eine rapide und stabile Nachfrage nach Hackschnitzeln zur Energieproduktion auf dem lokalen Markt sichern. Gleichzeitig wird auch die Auslandsnachfrage stabil bleiben, da zurzeit ganz Europa aktiv an einer Steigerung des Einsatzes von erneuerbaren Energieträgern in der lokalen Energiewirtschaft arbeitet.

Zu den größten Produzenten und gleichzeitig auch Exporteuren der Hackschnitzel zählen NRG Baltic SIA, Daibi SIA, Energoparks SIA, Viesalgi SIA, Pata AB SIA. Die größten Produzenten von Holzpellets in Lettland sind jedoch Latgran SIA, Graanul Invest SIA, Graanul Pallets SIA, NewFuel SIA, SBE Latvia SIA, Kurzemes granulas SIA, AKZ SIA, Swedwood Latvia SIA und Byko-Lat SIA.

Biokraftstoffe
In Lettland gab es 2011 neun Biokraftstoffproduzenten, von denen sich sieben Unternehmen mit der Produktion von Biodiesel und zwei Unternehmen mit der Produktion von Bioethanol beschäftigen.

Lettland hat keine Erdölraffinerien, in denen das Bioethanol mit Fossilbrennstoff gemischt werden könnte und somit müssen die Hersteller versuchen, ihr Produkt direkt an Tankstellennetze zu vertreiben. Seit dem Frühjahr 2005 vertreiben die zwei größten Mineralölkonzerne, Statoil und Neste, über ihre Tankstellennetze Biotreibstoff in Reinform und auch als Beimischung zu herkömmlichen fossilen Kraftstoffen.

Um den Verbrauch von Biokraftstoffen zu fördern und die Wirtschaft zu begünstigen, ist seit dem 01.10.2009 eine Norm gültig, die eine 5%ige Beimischungspflicht von Biokraftstoffen zu jeglichen im Einzelhandel verkauften Diesel und Benzin E95 vorsieht. Es ist eine weitere Norm zur Förderung des Verbrauches von Biokraftstoffen in Lettland geplant. Ab dem 01.04.2014 ist die Einführung einer 7%igen Beimischungspflicht von Biokraftstoffen zu jeglichen im Einzelhandel verkauften Diesel und Benzin vorgesehen.

Biogas
In Lettland werden für die Herstellung von Biogas folgende Rohstoffe verwendet: Abwasserschlamm, Abfall von Mülldeponien, Kulturpflanzen (hauptsächlich Mais), Stalldung und in kleineren Mengen auch Abfälle der Lebensmittelindustrie. Biogas wird in Lettland hauptsächlich zur Energieerzeugung verwendet.

Im Jahr 2010 wurden 18 Lizenzen für die Stromeinspeisung in Höhe von 134.308 MWh aus Biogasanlagen an Sidgunda bio SIA, Reison bio parks SIA, Rigens SIA, Nopa SIA, Lauberes bekons SIA, Daile agro SIA, International investments SIA, Zalas zemes energija SIA, Zala Marupe SIA, Berzi bio SIA, Bioel SIA, Knavas granulas SIA, RZS Energo SIA, AD biogazes stacija SIA, Remas energija SIA, Dubnas siltums SIA und Naujenes jauda SIA vergeben.

Die größte Aktivität seitens der Landwirte ist in den Regionen Liepaja, Salacgriva, Bauska, Jelgava, Madona und Daugavpils zu beobachten. In gleicher Weise gibt es auch Unternehmen, die in letzter Zeit Biogas zur Eigennutzung herstellen, z.B. Kalsnavas spirta rupnica SIA und Cesu alus AS. Cesu alus AS hat eine Kläranlage mit einer Förderleistung von bis zu 40 m³/ h und mit einer Produktionskapazität von 30-50 tausend m³ Biogas pro Monat gebaut. Das auf diese Weise erzeugte Biogas wird für die Dampferzeugung des Kesselhauses genutzt.

Die Entwicklung der Biogasproduktion im landwirtschaftlichem Sektor wurde besonders durch die im Programm zur Landentwicklung vorgesehenen Maßnahmen gefördert: finanzielle Förderung für die Energieerzeugung durch Biogas (Biomasse landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Herkunft) in Kombination mit dem Einkaufstarif für die in Biogaskraftwerken erzeugte Energie. In Kürze ist eine weitere Zunahme der in Betrieb gesetzten Biogaskraftwerke zu erwarten, da mehrere Kraftwerke sich gerade in der Bau- oder Planungsphase befinden.

Heiztechnik
In Lettland werden Anlagen vorwiegend zur Wärmeproduktion bzw. für Heizungsanlagen, wie Pellet-Heizkessel, Kessel, Kesselhäuser und Fernwärmekessel, hergestellt. Die größten Hersteller sind Grandeg SIA, Komforts AS, Orions SIA und Latura SIA. Daneben gibt es einen Hersteller von Blockheizkraftwerken - UPB ENERGY. Das Unternehmen ist auf die Produktion von mit Erdgas, Erdölbegleitgas, Biogas, Klär- oder Deponiegas befeuerte Anlagen spezialisiert. Es gibt in Lettland keine Anlagenindustrie für regenerative Energien. So werden die Anlagen für erneuerbare Energien importiert.

Im Bereich der Heiztechnik bestehen in Lettland bereits gut ausgebildete Marktstrukturen mit einer hohen Anzahl an Unternehmen. Viele Unternehmen spezialisieren sich auf den Vertrieb und die Installation von Heiztechnik und vertreten mehrere ausländische Unternehmen. Neben der preisfreundlichen und im lettischen Markt sehr bekannten Heiztechnik tschechischer Produkte werden auf dem Markt auch deutsche Anlagen angeboten, die allerdings preislich höher als die der tschechischen Anlagen liegen.

Einige große ausländische Hersteller von Heizanlagen haben eigene Niederlassungen oder Repräsentanzen in Lettland, so wie z.B. Siemens, Viessmann und Buderus.

Seit 2011 gibt es für den Privatsektor ein EU-Förderprogramm für die Nutzung erneuerbarer Energieträger zur Senkung der CO2-Emissionen, das der Einführung und Entwicklung von Technologien zur Generierung von erneuerbaren Energie im Bereich Heiztechnik dient. Dieses Förderinstrument gibt Privatverbrauchern und Besitzern von Privathäusern die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für die Einrichtung umweltfreundlicher Heiztechnik zu erhalten. In letzter Zeit ist die Tendenz zu beobachten, dass das Interesse der Endverbraucher für moderne, auch teure Heiztechnik zunimmt.

Auf dem Markt für Heiztechnik in Lettland gibt es zwei klare Favoriten – Solarkollektoren und Heizkessel für feste Biobrennstoffe. Der Markt für Heiztechnik für private Haushalte in Lettland ist mit Lösungen verschiedener Arten und Preiskategorien gesättigt, angefangen mit einfachen Kaminöfen bis hin zu vollautomatisierten Heizsystemen.

Aktuell ist die Tendenz zu beobachten, dass die kommunalen Wärmeversorgungsunternehmen und großen Industrieunternehmen von Gas auf Hackschnitzel umsteigen. Dafür gibt es zwei Gründe: die ständige Preiserhöhung von Erdgas und der Zugang zu Fördermitteln des EU-Förderprogramms für die Nutzung erneuerbarer Energieträger zur Senkung der CO2-Emission.

2. Markt- und Absatzpotenziale für deutsche Unternehmen

Um die selbst gesteckten Ziele bezüglich des Einsatzes erneuerbarer Energien realisieren zu können, reichen die bisherigen Bemühungen Lettlands nicht aus, was laut Expertenmeinungen zu einer vermehrten Installation von Kapazitäten zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen führen müsse. Als weitere wichtige Aufgabe wird die Steigerung der Energieeffizienz, insbesondere in Mehrfamilienhäusern, gesehen, da somit bei gleichbleibender Rohstoffmenge ein höherer Energiegewinn erzielbar wäre.

Lettland hat gute Grundlagen, um die Kraft-Wärme-Kopplung aus der Biomasse zu entwickeln, denn im Vergleich zu anderen Ländern ist der lettische zentrale Heizungsmarkt gut entwickelt und das Land ist reich an Biomasse, die ohne schädlichen Einfluss auf die Umwelt in den Anlagen genutzt werden kann. Dazu besitzt Lettland ein relativ kaltes Klima, was zur Folge hat, dass doppelt so viel Wärmeenergie verbraucht wird wie Strom.

Für deutsche Unternehmen stellt Lettland einen sehr interessanten Markt dar, auf dem deutsche Produkte und Technologien ein hohes Ansehen genießen. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern ist sehr hoch, während bei Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien von lettischer Seite in erster Hinsicht die technischen Anlagen sowie das Know-How und die Expertise ausländischer Spezialisten geschätzt werden. Unternehmen und Dienstleister, wie Produzenten von (Mikro-)BHKWs, Mikrovergasungsanlagen, Biogasanlagen: Rührwerke inkl. Wasserreinigungsanlagen, Ingenieurbüros und Anlagenplaner, Projektentwickler (auch mit Investitionsmodellen), Produzenten aller Arten von Anlagen für die Produktion von Biobrennstoff: Zerkleinerer, Schredder zur Produktion von Holzhackschnitzeln, Sortierungsanlagen, Produzenten von Waste-to-Energy-Komponenten und Systemen, andere Lieferanten und Berater im Bereich der Nutzung der Bioenergie, Unternehmen, die im Bereich Smart Grid und dessen Anpassung an die „grüne Stromproduktion“ tätig sind oder Unternehmen und Institutionen, die Forschung und Entwicklung im Bereich Bioenergie betreiben, haben in Lettland gute Absatzchancen.

Besonders großes Interesse am Einsatz von Bioenergie ist seitens der Wärmelieferanten zu verspüren, denn die Nutzung der Technologien für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Es ist in der nahen Zukunft mit einem Rückgang des privaten Brennholzverbrauchs und gleichzeitig mit einer Zunahme der Nutzung „hölzerner“ Energie in kommunalen Fernwärmeanwendungen und in der Industrie zu rechnen. So ist z.B. bis 2020 der Bau mehrerer KWK-Anlagen in verschiedenen lettischen Städten geplant. Auch zu erwarten ist, dass öffentliche Gebäude, wie Schulen oder Krankenhäuser, ihre Wärmeversorgung weiterhin auf Biomasse und Biogas umstellen werden.

Laut Aussagen des Verbandes der Wärmelieferanten in Lettland sind viele Biomassewerke darum bemüht, Abgaskondensatoren zu bauen und somit die Effizienz der Anlagen um bis zu 20% zu steigern. Diese Effizienzsteigerung ist in besonderem Maße bei der Modernisierung von alten Fernwärmeversorgungsnetzen wichtig. Laut Berechnungen des Verbandes der Wärmelieferanten wäre der Erdgasverbrauch der lettischen Unternehmen, deren Hauptbrennstoff Erdgas ist, stark reduzierbar, wenn die alten Kesselhäuser umgerüstet und an Biobrennstoffe angepasst werden würden. Das in Lettland vorhandene Biomassepotential und die für die Erneuerung des zentralisierten Wärmeversorgungssystems notwendigen Renovierungsarbeiten bieten somit gute Chancen für Hersteller von Heizkesseln und auf Biomasse basierenden Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung.

Des Weiteren vertritt der Verband von Wärmelieferanten die Meinung, dass in Lettland etwa 30% der Wärme aus Siedlungsabfällen produziert werden könnte. Der Bau von Verbrennungsanlagen ist zwar geplant und das Know-How in diesem Bereich gefragt, jedoch verzögert sich der Bau der Anlagen aufgrund bürokratischer Hindernisse. Viele Einwohner haben Angst vor Abfallverbrennungsanlagen in ihrer Nähe und verhindern die Durchführung der Projekte durch Bürgerinitiativen.

Ein weiteres Problem, welches die Einsparung von Wärmekosten stark beeinflusst, ist die bislang wenig fortgeschrittene Renovierung/ Dämmung von Mehrfamilienhäusern. Der hierfür benötigte Brennstoffverbrauch könnte durch diese Maßnahmen um die Hälfte reduziert werden. In der Umgebung von größeren Städten werden zurzeit Einfamilienhäuser gebaut, die hauptsächlich dezentral geheizt werden, weswegen kleine dezentrale Biomasse-Heizungsanlagen auf dem Markt gefragt sind.

Neben den genannten, ergeben sich für deutsche Unternehmen in Lettland ebenfalls konkrete Geschäftsmöglichkeiten bei der energetischen Verwertung von Gülle und anderen organischen Abfällen aus der Landwirtschaft in Biogasanlagen. Einer Verbreitung dieser Technik stehen bislang noch mangelnde Erfahrungen mit dem Betrieb von Biogasanlagen im Wege, denn es fehlen gut funktionierende Anlagen, die als erfolgreiche Pilotprojekte dienen könnten.

Ebenso wie zahlreiche andere europäische Länder nimmt auch Lettland am europäischen Emissionshandel teil. Durch den Bau neuer Biogasanlagen könnten die Methangas-Emissionen gemindert und die entsprechenden Emissionsrechte gehandelt werden. Zudem besteht im Rahmen von Joint Implementation-Projekten für ausländische Staaten oder Unternehmen die Möglichkeit, mit Projekten in Lettland Emissionsgutschriften zu erwerben, die auf die eigenen Verpflichtungen angerechnet oder zusätzlich emittiert werden können.

Auch Biokraftstoffe gemäß den Vorgaben der EU finden in Lettland immer stärkere Verwendung. Lettland verfolgt mit seinem Biotreibstoff-Programm ehrgeizige Ziele und möchte in den nächsten Jahren den Anteil von Biotreibstoffen am gesamten Kraftstoffabsatz sukzessiv steigern, um das im Jahr 2010 von der EU vorgegebenen Ziel von 5,75% zu erreichen. Die bestehenden Produktionskapazitäten und die technische Infrastruktur für die Biodieselproduktion werden hierfür jedoch nicht mehr ausreichend sein, sodass in Lettland Bedarf an entsprechender Technologie besteht.

Bei der Installation energiesparender Technologien und Anlagen zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien werden von lettischer Seite das Knowhow und die Expertise deutscher Spezialisten sehr geschätzt.

3. Marktbarrieren und –Hemmnisse: Risiken für eine Markterschließung

Durch steigende Brennstoffpreise wurde die Industrie hinsichtlich alternativer Energien stark sensibilisiert und auch in Lettland rückt das Thema rund um erneuerbare Energien vermehrt in den Vordergrund.

Zwar existiert in Lettland im KWK-Bereich viel unausgeschöpftes Potential, doch fehlt seitens des Wirtschaftsministeriums eine klare Strategie zur Entwicklung dieses Potentials. Diverse Markthemmnisse beschränken die mögliche Nutzung der Bioenergie für die Strom- und Wärmeproduktion. So ist die gesetzliche Lage unklar und fehlende Ausführungsvorschriften erschweren mögliche Ausführungsversuche. Den Abwicklungsverfahren fehlt es an Transparenz und Maßnahmen, da der energiesparende Bereich ungenügend gefördert bzw. die bisherige staatliche Förderung zur Nutzung von erneuerbarer Energien als nicht effektiv bewertet wird.

So wird die Entwicklung des EE-Marktes gehemmt, obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch 2012 34,2% ausmachte. Weiter sind Konzepte der Anlagenversorgung mit Biomasse nur fehlend strukturiert und gesichert, was zu mangelndem Vertrauen in die Akteure führt. Dazu kommen fehlende Öffentlichkeitsarbeit sowie fehlende Begründungen von Projekten durch Kosten-Nutzen-Studien. Der in Lettland herrschende Mythos, dass jede Aktivität, die mit der Nutzung von EE-Technologien zusammenhängt (Installation, Verbrauch), sehr teuer und nicht umweltfreundlich sei (z.B. Störung des normalen Vogelzugs), trägt ebenso dazu bei, dass das Potential in Lettland in großen Teilen unausgeschöpft ist. Für den Markteintritt der ausländischen Unternehmen ist eine Kooperation mit lokalen Partnerunternehmen ratsam, um eventuelle Risiken eines unbekannten Marktes zu vermeiden. Die Auswahl eines solchen Partners sollte sehr sorgfältig erfolgen, wobei die Deutsch-Baltische Handelskammer vielseitige Unterstützung leisten kann. Auch die Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwaltsbüro, das sich auf diese Thematik spezialisiert hat, ist von Vorteil.

4. Handlungsempfehlungen für deutsche Unternehmen für einen Markteinstieg

Das Potential auf dem lettischen Markt ist für deutsche Produkte, Technologien bzw. Dienstleistungen im Bereich der Bioenergie durchaus gegeben. Allerdings gilt es auch die überschaubare Größe des lettischen Marktes zu beachten.

Die meisten ausländischen Unternehmen lassen sich von einem etablierten Unternehmen vor Ort vertreten, das auch den Service vor Ort übernehmen kann. Besonders für kleine und mittelständische Unternehmen sind solche Partnerschaften am Anfang sinnvoll. Manche ausländische Unternehmen schließen Kooperationsvereinbarungen mit einem Unternehmen in den baltischen Staaten und dieses bedient dann mit Hilfe von Niederlassungen alle drei Märkte: Lettland, Estland und Litauen.

Als geeignete Kooperationspartner für deutsche Unternehmen kommen in Frage:

  • Ingenieurbüros, die im Bereich erneuerbare Energien tätig sind
  • Spezialisierte Unternehmen und Händler aus der Bioenergiebranche
  • Spezialisierte Unternehmen und Händler aus dem Bereich Holz
  • Projektentwickler
  • Berater im Bereich Bioenergie.

Die meisten ausländischen Unternehmen haben ihren Sitz in der Hauptstadt Riga. Der Vorteil einer Niederlassung außerhalb der Hauptstadt besteht in niedrigeren Löhnen, geringeren Mietpreisen für Büroräumlichkeiten und Lagerräume.

Bei der Auswahl der Produkte und Technologien fehlen den Kunden oft allgemeine Informationen über die auf dem Markt vorhandenen innovativen Lösungsmöglichkeiten und deren Vorteile. Deswegen ist es wichtig, abhängig von der Technologie, entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten, Öffentlichkeitsarbeit in Form von Artikeln in Fachzeitschiften, Präsentationen während Veranstaltungen u.ä. zu betreiben und Kundenbesuche zu organisieren, um im ständigen Kontakt mit den potentiellen Kunden zu bleiben. Bei Bedarf können Schulungen und Betriebsbesuche in Deutschland durchgeführt werden. Gute persönliche Beziehungen und deren Pflege haben in Lettland einen hohen Stellenwert. Die Mitgliedschaft in Fachverbänden eignet sich sehr gut für solche Zwecke. Eine gute Gelegenheit, das eigene Unternehmen auf dem lettischen Markt vorzustellen, bietet die Fachmesse ENVIRONMENT and ENERGY in Riga. Im Rahmen der Messe wird ein reiches Programm an Workshops und Konferenzen angeboten, welches für die Präsentation der eigenen Firma genutzt werden kann.

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