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Thailand schwenkt zu grüner Effizienz

Veröffentlicht am: 09.05.2013
Quelle: GTAI
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Thailand will sein Wachstum stärker auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz abstellen. Ein zentrale Rolle nimmt die Energieerzeugung ein: Bis 2020 soll 25% des Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Potential besteht im Green Building, umweltfreundliches Bauen wird bereits praktiziert. Gleiches gilt für Biokunststoffe, sowohl für die inländische Industrie als auch den Export. In den Bereichen Abfallmanagement und Abwasserbehandlung wird deutsches Know-how überaus geschätzt.

Thailand will sein Wachstum stärker auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz abstellen. Ein zentrale Rolle nimmt die Energieerzeugung ein: Bis 2020 soll 25% des Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Potential besteht im Green Building, umweltfreundliches Bauen wird bereits praktiziert. Gleiches gilt für Biokunststoffe, sowohl für die inländische Industrie als auch den Export. In den Bereichen Abfallmanagement und Abwasserbehandlung wird deutsches Know-how überaus geschätzt.

Das Königreich Thailand will "grüner" werden. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Ansätzen, die sich auf viele Regionen oder Anwendungen verteilen und alle zu einem neuen ökologischeren Gesamtbild beitragen, das von Generation zu Generation wachsen wird. "Wir müssen sicherstellen, dass unser Wachstum nachhaltig und umweltfreundlich ist", erklärte Premierministerin Yingluck Shinawatra im März 2013 beim Joint Chambers Luncheon der Deutsch-Thailändischen Handelskammer in Bangkok. "Dies ist der Bereich, wo wir deutsche Investitionen und Technologie zur Entwicklung der grünen Ökonomie nutzen könnten."

Der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen soll bis 2020 von aktuell 10 auf 25% angehoben werden. Bisher dominieren traditionelle Kraftwerke auf der Basis von Erdgas (70%) und Kohle (12%). Im Jahr 2021 soll eine Gesamtkapazität von 9,2 Gigawatt aus erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen, verteilt auf Bioenergie (4,4 GW), Wind und Solar (3,2 GW) sowie Wasserkraft (1,6 GW). Den Anteil erneuerbarer Kraftstoffe - Ethanol, Biodiesel, Kraftstoffe der zweiten Generation - will Thailand bis 2020 auf einen Anteil von 44% des Ölverbrauchs anheben.

Hohe Investitionen in Wind- und Solarkraft

Die Wind Energy Holding (WEH) als der erste private Betreiber von Windturbinen will in den kommenden vier Jahren sieben Windkraftanlagen mit Kosten von 40 Mrd. Baht (B; circa 1,1 Mrd. Euro; 1 Euro = 37,4 B) errichten. Geplant werden zunächst drei Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 276 MW und Kosten über 13 Mrd. B. Die ersten zwei Anlagen Huay Bong 2 und Huay Bong 3 in Nakhon Ratchasima entstehen unter der Tochtergesellschaft Aeolus (WEH: 60%) mit einer jeweils 20%igen Beteiligung durch Chubu Electric Power und die Ratchaburi Electricity Generating Holding. Sie sollen im Februar und Oktober 2013 ans Netz gehen. Für die dritte Anlage Watabak in Chaiyaphum sucht WEH noch strategische Partner. Die weiteren vier Lizenzen mit einer Gesamtkapazität von 340 MW und Kosten über 26 Mrd. B. würden im Zeitraum 2014 bis 2016 entwickelt. Als Langzeitziel bis 2020 nannte WEH eine Gesamtkapazität von 2.000 MW.

Der Solarzweig wird zügig ausgebaut. Bodenanlagen repräsentieren bisher den Löwenanteil der PV-Kapazität mit einer Kapazität von insgesamt 2 GW. Die bisher größte Solarfarm Thailands mit 84 MW betreibt Natural Energy Development (NED) in Lop Buri, ausreichend für 70.000 Haushalte oder 350.000 Personen. NED ist ein Joint Venture zwischen CLP Renewables, Diamond Generating Asia (Mitsubishi) und der Electricity Generating Public Company. Errichtet wurde die 5,4 Mrd. B teure Anlage von der internationalen EE-Entwicklungsgesellschaft Impact Energy Asia.

Der Energieriese PTT will im Joint Venture mit der Maleenont-Familie 1,4 Mrd. B in den Bau von zehn Solarfarmen mit einer Gesamtkapazität von 80 MW in Kanchanaburi und Supkan Buri investieren. PTT erwarb 40% von Thai Solar Renewable (TSR), die restlichen 60% gehören Thai Solar Energy (Malleenont). TSR soll weitere neun Lizenzen für die nächste Entwicklungsphase besitzen, die sich über mehrere Jahre erstreckt.

In Laos engagieren sich die staatliche Electricity Generating Authority of Thailand (EGAT) und Ratchaburi in Staudammprojekten wie Xayaburi für rund 3,5 Mrd. US$ (1.280 MW) sowie Nam Ngum 3 (440 MW) oder Nam Ngiep 1 (289 MW) mit Kosten von jeweils 1 Mrd. $. Der Strom geht fast zur Gänze nach Thailand. Laos erwägt noch weitere zehn Staudämme am unteren Lauf des Mekong.

Ineffiziente Maschinen werden ersetzt

Mit der Förderinitiative "Cash-for-Clunkers" will das Energieministerium alte ineffiziente Maschinen durch neue energiesparende Ausrüstungen ersetzen, wozu der Staat ein Drittel beisteuert. In diesem Rahmen haben 2012 etwa 70 Unternehmen auf alternative Energien umgeschwenkt - darunter Thai Airways (Biodiesel), Central Pattana (Green Malls mit "Leadership in Energy and Environmental Design"-Zertifikat (LEED), Tesco Lotus (Solar) und Krungthai Bank (Energiesparlampen). In diesem Jahr erwartet das Department of Alternative Energy Development & Efficiency (DEDE) doppelt so viele Initiativen.

Langfristig bedeutsam ist sicher auch das Potential für "grüne Gebäude". Umweltbewusstes Bauen hat in Thailand eine große Zukunft. Dies war das Ergebnis der zweiten "Green Building and Retrofits Expo Asia 2012" im September 2012. Laut Jones Lang LaSalle liege Thailand zwar weit zurück hinter Ländern wie zum Bespiel Singapur, könnte aber bald führend sein in Südostasien. Wegbereiter ist das Thailand Green Building Institute (TGBI), das im März 2012 sein Zertifikat "Thai's Rating of Energy and Environmental Sustainability" (TREES) präsentierte. Als Avantgarde zur Umsetzung des grünen Fußabdrucks verbürgten sich die sechs Unternehmen Toyota Motor Thailand, Toyota Nakhon Ratchasima, Siam Fibre Cement, Kasikornbank, Univenture und Ananda Development.

"Grüne Gebäude" im Kommen

Der Fokus liege in der Anfangsphase auf Büroneubauten über 2.000 qm, heißt es, weitere stromintensive Zielgruppen seien Einkaufszentren und Hospitäler. Ohne Zweifel eröffnet sich hier auf längere Sicht ein bedeutender Markt, der auf der bestehenden Regulierung für Umweltschonung und Energieeffizienz aufbaut, sich aber auch auf nicht regulierte Aspekte erstrecken könnte wie Wasserkonservierung, Temperaturmoderation, Emissionssenkung oder Abfallminderung. Nach Auskunft des TGBI wurden bisher zwar viele neue Gebäude registriert, aber von den Bauherren keine Informationen übermittelt, so dass bisher noch kein Gebäude nach TREES zertifiziert wurde.

Doch besitzen die ersten Gebäude in Bangkok bereits einen "Green Building"-Standard und andere dürften zügig folgen, insbesondere in Reaktion auf die steigenden Energiepreise. Die höchste Auszeichnung des "LEED Platinum Mixed-use Building Award" des US Green Building Council erhielten beispielsweise im letzten Jahr Park Ventures Ecoplex in Ploenchit und die Zentrale der Siam Cement Group in Bang Sue. Das Magnolias Ratchadamri Boulevard, das bis Mitte 2015 für rund 170 Mio. $ und neben dem Waldorf Astoria Geschäfte und Luxusappartements umfasst, orientiert sich gleichzeitig an den Standards LEED und TREES.

Eine Vorreiterrolle im umweltfreundlichen Bauen gebührt dagegen Pruksa Real Estate, die sich in Entsprechung ihrer "Green Ocean"-Strategie einen "Asian CSR Award 2012" des Asian Institute of Management Corporate Responsibility sicherte. Der Schwerpunkt lag auf der Verminderung von Abfällen und Umweltschäden im Konstruktionsprozess. Altes Baumaterial wird recycelt, der Baustaub wurde durch vorgefertigte Bauelemente signifikant eingeschränkt, ebenso wie die Lärmbelastung durch den Einsatz qualifizierter Arbeitskräfte.

Hohe internationale Standards in Sicherheit und Umweltschutz setzt bereits auch die Entwicklungsgesellschaft Hemaraj bei ihren Industrieparks um, die in 2004 nach ISO 14001 und 2008 nach ISO 9001 zertifiziert wurden. Ein Vorzeigeobjekt ist der Eastern Seabord Industrial Estate in Rayong, wo gemeinsam mit der Industrial Estates Authority of Thailand (IEAT) 2009 ein Environmental Monitoring & Control Centre errichtet wurde - das erste seiner Art in Thailand.

"Go green" heißt die neue Strategie des führenden Petrochemie-Konzerns PTT Global Chemical - Thailand soll zum ersten Bio Hub Asiens entwickelt werden. Ein Großteil des fünfjährigen Investitionsplans ist für "grüne" Polymere bestimmt. Wegbereitend ist ein Joint Venture mit der Mitsubishi Chemical Corporation zur PTT MCC Biochem Company für die Produktion von jährlich 20.000 Tonnen Polybutylensuccinat (PBS) für rund 100 Mio. $. Angesiedelt wird die Produktion von Biopetrochemie und Biokraftstoffen in einem neuen 1,3 Mrd. B kostenden Öko-Industriegebiet in Map Ta Phut, dass gleichzeitig Thailands erster Industriepark mit "Zero Abwasser" wird.

Ein zweites Standbein schuf sich PTT mit der Übernahme von 50% der US-amerikanischen NatureWorks, dem weltweit führenden Hersteller von PLA-Biokunststoffen (Polymilchsäure), wobei einer zweite Anlage für 150 Mio. $ mit einer Kapazität von 140.000 t in Asien erwogen wird, eventuell Thailand. Bereits in fünf Jahren will PTT etwa 10 bis 20% seiner Kunststofferzeugnisse durch Biokunststoffe auf der Basis von Zuckerohr oder Cassava ersetzen. Die großen Abnehmer sind der Automobilbau und die Verpackungsindustrie, ein Großteil ist für den Export bestimmt.

Gute Chancen beim Abfallmanagement und Recycling

Großer Nachholbedarf besteht im Zweig Abfallmanagement und Recycling. Das jährliche Müllaufkommen der Haushalte beträgt 16 Mio. t, etwa zwei Drittel sind städtisch (davon etwa 10.000 t in Bangkok allein), die sich wie folgt verteilen: organische Komponenten 50%, Recyclingmaterialien 42%, Baustoffe und Schrott 5%, gefährliche Abfälle 3%. Ordnungsgemäß entsorgt werden nur etwa 38% des gesamten Müllaufkommens. Bei den Recyclingmaterialien wird mit 3,0 Mio. t weniger als die Hälfte zurück gewonnen mit einem Erlös von 0,5 Mrd. Euro, der sich somit mehr als verdoppeln ließe. Der Industrieverband Federation of Thai Industries (FTI) vereinbarte jetzt mit neun Institutionen die Erstellung einer Studie zu einem für Thailand geeigneten Abfallmanagement.

Der Industrieabfall liegt bei einer Größenordnung von 24 Mio. t, ein Zehntel gilt als gefährlich. Für die legale Entsorgung von Industrieabfällen hat das Industrial Waste Management Bureau 2011 eine Quote von 80% vorgeschrieben. Diese wurde nicht erreicht, wie Untersuchungen in der Chemie (Düngemittel, Farben, Papier, Chemikalien, Erdölprodukte) und der Metallindustrie (Eisen und Stahl, Nichteisenmetalle etc.) ergaben. In der Chemie entsorgten von 1.781 überprüften Fabrikanlagen außerhalb der Industriezonen nur 817 (45%) ihre Abfälle ordnungsgemäß, in den Industriezonen lag der Anteil mit 57% von 244 Fabriken nicht wesentlich besser. In der Metallindustrie erfüllten 32% von 469 Werken die Kriterien außerhalb der Parks, innerhalb waren es 56% von 89 Fabriken.

Im Abwasserzweig befindet sich die Hälfte der Kläranlagen in Problemen mit der Folge, dass nur ein Fünftel der Abwasser behandelt wird. Das Pollution Control Department konstatierte 2012, dass von dem täglichen Abwasseraufkommen in Höhe von 14,8 Mio. cbm von Gemeinden, Betrieben und Farmen nur 3,2 Mio. cbm in adäquate Anlagen gelangten. Von insgesamt 101 Kläranlagen mit Kosten von 83 Mrd. B wurden 91 fertiggestellt, heißt es, aber 20 funktionieren nicht und 28 erfüllen nicht die Standardwerte. Somit bestehen nur 43 einwandfreie Anlagen, wobei der Mangel eines Abgabensystems für die Privathaushalte den Gemeinden den Unterhalt erschwerte. In der Pipeline sind aktuell laut Office of Natural Resources and Environmental Policy and Planning acht neue Behandlungsanlagen.

Der Sektor Abwassermanagement, Kanalisation und Festmüllverwertung bildet nunmehr auch den vierten Schwerpunkt des neuen "Bangkok City Plan 2018" - neben den drei herkömmlichen Kategorien Landnutzung, Frei- und Grünflächen sowie Massentransport. Die Stadtplanung hinsichtlich der Freigabe von Büro- und Wohnflächen orientiert sich dabei wie bereits im alten Plan von 2006 am bestehenden oder geplanten Verlauf der Massentransportsysteme aus Skytrain BTS und Metro MRT, wobei umweltfreundliche Gebäude nach der TREES-Norm gefördert werden.

Deutschland genießt in Thailand in diesem Zusammenhang einen herausragenden Ruf, was durch immer häufigere und größere Informationsbesuche bestätigt wird. Wie etwa zuletzt auf den "14. Bayrischen Abfall- und Deponietagen", wo eine Delegation unter Leitung des Vizestaatssekretärs Wijarn Simachaya sich über bayrische Umweltstandards ins Bild setzte. Neben der Tagung standen auch Besuche an vier ausgewählten Standorten mit hoher Umweltkompetenz auf dem Programm, und zwar das Klärwerk und die Abfallverwertungsanlage in Augsburg, das Biomassekompetenzzentrum Käßmeyer in Erkheim und die Gallenbacher Deponien.

 

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